Krankenhaus Reinbek

Unter einem Aneurysma versteht man die krankhafte Aussackung eines Gefäßes. Besonders häufig ist davon die Bauchschlagader (Aorta) betroffen, sie kommen aber auch in anderen Gefäßabschnitten vor, hauptsächlich an Aufgabelungsstellen (Leiste, Kniekehle).

Symptome

Meist bleiben Aneurysmen der Aorta völlig unbemerkt und werden zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Wenn das Aneurysma eine bestimmte Größe nicht überschreitet, ist es ausreichend, zunächst mit regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen die Größe zu kontrollieren. Wird eine Vergrößerung festgestellt, ist die Behandlung indiziert. Reißt ein Aneurysma, muss notfallmäßig die Behandlung in einer Gefäßchirurgie erfolgen.

Durch Druck auf anliegende Nerven können Aneurysmen der Beinarterien Schmerzen verursachen. Manchmal lässt sich die aufgeweitete Arterie als pulsierende Verhärtung tasten. Im Aneurysma können sich Blutgerinnsel bilden. Schwemmen sie mit dem Blutstrom ab, kommt es zu einem akuten Verschluss nachgeschalteter Gefäße. Dies verursacht starke Schmerzen, der Fuß wird kalt und blass. Natürlich können auch Aneurysmen der Beinarterien einreißen. In beiden Fällen muss ebenfalls die sofortige Behandlung in einer Gefäßchirurgie erfolgen.

Behandlungsmöglichkeiten

Aneurysmen der Aorta sollten ab einem Durchmesser von etwa 5 cm behandelt werden. Die Gefahr, dass es durch einen Einriss der Gefäßwand zu einer lebensgefährlichen Blutung kommt, ist dann größer als das Operationsrisiko.

Es stehen im wesentlichen zwei Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl, die beide in unserem Gefäßzentrum angeboten werden

  • Die Ausschaltung des Aneurysmas durch eine Stent-Prothese. Von den Leisten aus wird unter Röntgenkontrolle der Stent so platziert, dass das Blut nicht mehr durch das Aneurysma fließen kann
  • Durch einen Bauchschnitt wird die Bauchschlagader aufgesucht und das Aneurysma durch eine Kunststoffprothese ersetzt.

Aneurysmen der Beinarterien müssen operiert werden, wenn sie eine gewisse Größe überschreiten oder eine der oben genannten Komplikationen verursachen. Das Aneurysma wird ausgeschaltet und die gesunden Arterien oberhalb und unterhalb davon mit einem Bypass aus Kunststoff oder körpereigener Vene verbunden. Welches Verfahren für Sie am besten geeignet ist, entscheiden wir in den täglichen, interdisziplinären Konferenzen des Gefäßzentrums. Im ausführlichen Gespräch wird Ihnen dann der Behandlungsvorschlag erläutert.

 

Seite ausdrucken