Krankenhaus Reinbek

Bei der transarteriellen Chemoembolisation (TACE) erfolgt angiographisch, d.h. über einen kleinen  Gefäßzugang in der Leiste (vergleichbar z.B. Herzkatheter) die selektive EInbringung des mit einem Chemotherapeutikum vermischten Embolisates in ein den (hypervaskularisierten) Tumor versorgendes Gefäß möglichst nahe am Herd. Es können ggf. auch 2 oder mehrere  Äste und Herde behandelt werden. Zur Embolisation stehen dotierte Partikel oder aber eine Mischung aus Lipiodol (öliges Kontrastmittel) und üblicherweise Doxorubicin zur Verfügung. Wirkprinzip ist die Abkopplung von der Blutversorgung und lokale hochdosierte Chemotherapeutika-Verabreichung. Dabei sollen die Gefäße für die in Abständen zu wiederholende d Behandlung nicht definitiv verschlossen werden. Ziel sind 4-6 Behandlkuneg pro Jahr - abhängig vom individuellen Abbau des Embolisates. Systemische Wirkungen (Haarausfall, Überkeit...) des Chemotherapeutikums sind so nicht zu erwarten.

In großen Studien konnte eine Verlängerung der Überlebenszeit bei HCC-Patienten mit Leberzhirrose, bei denen weder Transplantation noch Resektion möglich waren, im sogenannten Child-Stadium A und B eindeutig bewiesen werden. Aus den Ergebnissen der ersten Behandlung kann ein zusätzlicher individueller prognostischer Wert abgelesen werden. Zusätzliche positive Effekte bieten insbesondere - das zeigen neueste Daten - kombinierte Therapien (zus. lokale Therapien wie Alkoholinjektion und/oder die systemische Gabe von Sorafenib (Nexavar®)). Neben dem HCC ist die TACE indiziert tumorbedingtem Leberkapselschmerz ungeachtet der Art der Tumoren. Bei symptomatischen Lebermetastasen sog. neuroendokriner Karzinome (Blutdruckkrisen, Errötung...) kann durch eine TACE, wenn das Medikament Octreotid wirkt, die Symptomatik mit großer Wahrscheinlichkeit erheblich bessern bis vollständig unterdrücken. Für die Behandlung selbst ist eine stationäre Aufnahme erforderlich, die Vorbereitung erfolgt ambulant in unserer Interventionsambulanz.

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