Krankenhaus Reinbek

Patronin der Caritas und des Ordens, Namensfest am 19. November

Elisabeth, die Landgräfin von Thüringen, wird mit Recht als eine der größten deutschen Heiligen verehrt. Ihr Leben hat nicht lange gewährt, aber was sie bewirkt hat, ist unvergessen. Geboren 1207 auf der Burg Sáros-Patak in Ungarn als Tochter des Königs Andreas II. und seiner ersten Gemahlin Gertrud von Andechs, einer Schwester der hl. Hedwig, wurde sie mit vier Jahren mit dem elfjährigen Sohn des Landgrafen von Thüringen, Ludwig, verlobt und zur gemeinsamen Erziehung auf die Wartburg gebracht.

Elisabeth war ein übermütiges, strahlend vergnügtes Kind, ihr ungarisches Temperament riss ihre Spielgefährten mit, ihre Liebenswürdigkeit bezauberte die Hofgesellschaft. Früh jedoch trafen sie persönliche Schicksalsschläge: 1213 wurde ihre Mutter ermordet, 1215 starb Landgraf Hermann, ihr väterlicher Beschützer im fremden Land. Das tiefinnerlich veranlagte Kind wurde immer ernster. Es beobachtete mit wachen Sinnen den krassen Unterschied zwischen dem Luxus auf der Burg und der Armut, die drunten im Land beim einfachen Volk herrschte. Sie erkannte, dass ein solcher Gegensatz zwischen Reichtum und Elend den Grundgeboten Gottes widersprechen müsse.

Zitat

„Da ich sie auf Erden nicht als Kaiserin krönen sollte, so will ich sie mit dieser Krone ehren als eine Königin im Gottesreich.“
Kaiser Friedrich II. über die heilige Elisabeth von Thüringen

 

Und dieser Gedanke ließ Elisabeth ihr ganzes Leben lang nicht mehr los. Soweit es möglich war, trug die zukünftige Landesherrin bescheidene Kleider und ging ohne Schmuck zum Gottesdienst. Wo sie nur konnte, milderte sie die Not der Armen. Es erhoben sich aber Stimmen gegen die Fremde. Man warf ihr vor, sie eigne sich zu einer Dienstmagd, aber nicht zu einer deutschen Fürstin. Nur Ludwig hielt zu ihr und drängte auf baldige Vermählung. Elisabeth war fünfzehn Jahre alt, als sie mit ihm getraut wurde. Sie war dem Gatten in tiefer Liebe zugetan und schenkte ihm drei Kinder. Ihr Einfluss auf ihren Gemahl wirkte sich sogleich aus. Das verschwenderische Treiben am Hof fand ein Ende; Ludwig erlaubte seiner frommen Gattin, Armen und Kranken zu helfen. Sie selbst pflegte Aussätzige und nahm sich der zahlreichen Waisenkinder an. In der Hungersnot des Jahres 1225 öffnete sie die eigenen Kornkammern und verteilte die Vorräte an die Armen. Ihre Mildtätigkeit ging so weit, dass die Versorgung der Burg ernstlich gefährdet wurde, so dass Ludwig ihr Einhalt gebieten musste.

Immer mehr wurde sie ein Ärgernis für die so ganz anders eingestellten Hofleute. Jetzt trat Konrad von Marburg, der gestrenge Predigermönch, in ihr Leben. 1227 schloss sich Ludwig, von ihm aufgerufen, dem Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. an. Wenige Monate später traf die Nachricht von seinem Tode ein. Elisabeth stand allein. Ihre Feinde triumphierten. Aller Hass gegen die Landgräfin brach hervor, als Ludwigs jüngerer Bruder Heinrich die Herrschaft übernahm. Man entzog der Wehrlosen ihre Witwengüter. Mitten im Winter musste sie die Burg verlassen. Nun selber dem äußersten Elend preisgegeben, klopfte sie zusammen mit ihren Kindern an jede Tür. Nirgends fand sie Aufnahme, denn Heinrich drohte allen mit seiner Rache, die Elisabeth aufnehmen würden. Inzwischen hörten ihre Verwandten von ihrem Elend und ihr Onkel Egbert, Bischof von Bamberg, holte sie zu sich. Um sie vor ihren Feinden zu retten, bemühte er sich, sie zu einer zweiten Ehe (mit Kaiser Friedrich II.) zu bewegen. Aber sie lehnte ab. Ihr Beichtvater Konrad von Marburg verweigerte ihr die ersehnte Aufnahme als Franziskanerin. Gemeinsam zogen sie nach Marburg. Dort wurde Elisabeth Mitglied des dritten Ordens.

Der harte Inquisitor Konrad verlangte, dass sie ihren Kindern und Verwandten entsagte und nahm ihr zu ihrem Schmerz auch die beiden getreuen Mägde, die mit ihr in die Verbannung gezogen waren. Unter seinem Einfluß erwachte immer stärker das mystische Leben der mittelalterlichen Heiligen in Elisabeth. Nachdem ihre Verwandtschaft einen Teil ihrer Güter für sie zurückgewonnen hatte, gründete Elisabeth 1228/29 in Marburg das Franziskus-Hospital und widmete sich hier ohne Rücksicht auf ihre rasch verfallenden Kräfte ganz der Kranken- und Armenpflege.

Sie starb am 17. November 1231 mit vierundzwanzig Jahren. Schon vier Jahre nach ihrem frühen Tod wurde sie von Papst Gregor IX. heilig gesprochen. Von den zahlreichen Votivgaben und großherzigen Spenden konnte bald schon der Grundstein zur berühmten Elisabeth-Kirche in Marburg gelegt werden, wo ihr Sarkophag eine würdige Ruhestätte fand. Am 1. Mai 1236 hatte die feierliche Erhebung der Gebeine der Heiligen in Anwesenheit von Kaiser Friedrich II. stattgefunden. Dieser stiftete eine Krone, mit der der Leichnam gekrönt wurde und einen Becher. Die Krone befindet sich heute im Stadtmuseum in Stockholm. Weitere Reliquien der Heiligen befinden sich im Elisabeth-Kloster in Wien

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